Werkzeugunterstützung für Methodenneutrale Metamodellierung

Bernhard Volz

Modellgetriebene Ansätze zur Softwareentwicklung erfreuen sich insbesondere aufgrund der stetig steigenden Komplexität von Informationssystemen einer wachsenden Beliebtheit. Ziel der Beschreibung von Software mit Modellen ist es, das Verständnis komplexer Zusammenhänge gegenüber der reinen Darstellung in Programmiersprachen zu fördern. Allerdings weisen viele Modellierungssprachen und Modellierungswerkzeuge eine konzeptionelle Lücke auf, deren Ursache in der starken Kopplung zwischen Modellierungs- und objektorientierten Implementierungssprachen liegt: Durch die Übertragung von Termini und Paradigma einer Implementierungssprache wird ein Modellierer bereits bei der Beschreibung eines Problems dazu gedrängt, dieses in Begriffen und Denkstrukturen einer Programmiersprache abzufassen. Gerade aber zu Beginn einer Entwicklung ist ein Modellierungswerkzeug, das paradigmen- und methodenneutrale Modellierung erlaubt, von größter Bedeutung. Hinzu kommt, dass IT-Systeme in Form einer Vielzahl unterschiedlicher, oftmals orthogonal zueinander stehenden Aspekten beschrieben werden müssen. So werden beispielsweise Datenstrukturen und Schemata oft mittels Entity-Relationship-Modellen beschrieben während Prozessmodelle für die Definition von Abläufen erstellt werden. Jedoch ist es mit vielen Werkzeugen nicht möglich, beide Modelle miteinander zu integrieren, beispielsweise um in einem Prozess manipulierte Daten zu beschreiben.

Diese Arbeit stellt daher im ersten Teil ein Konzept für eine Modellierungsumgebung vor, die erstens die Integration von Modellen und Modellierungssprachen unterstützt und die zweitens eine paradigmen- und methodenneutrale Modellierung ermöglicht. Insbesondere können mit dieser Modellierungsumgebung Modellierungsmuster genutzt werden, die mit dem objektorientierten Paradigma brechen und daher von vielen Modellierungssprachen und Modellierungswerkzeugen nicht unterstützt werden. Alle Teile des Konzepts werden dann im zweiten Teil dieser Arbeit detailliert diskutiert und spezifiziert. Der dritte Teil schließlich diskutiert den Nutzen einer solchen Modellierungsumgebung im Rahmen zweier Praxisbeispiele, namentlich der Entity-Relationship-Modellierung und der perspektivenorientierten Prozessmodellierung.

Year: 2011
Location: Bayreuth, Germany

Universität Bayreuth -